{"id":13702,"date":"2020-12-02T09:04:55","date_gmt":"2020-12-02T08:04:55","guid":{"rendered":"https:\/\/sbm.webmaat.dev\/?p=13702"},"modified":"2020-12-19T19:46:02","modified_gmt":"2020-12-19T18:46:02","slug":"verbinde-dich-mit-der-natur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sbm.webmaat.dev\/de\/verbinde-dich-mit-der-natur\/","title":{"rendered":"Verbinde dich mit der Natur<br data-mce-bogus=\"1\">"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\">Die Strotzb\u00fcscher M\u00fchle liegt am \u00dc\u00dfbach, der sich im Laufe der Jahrhunderte seinen Weg durch das Schiefergestein geschliffen hat. Dadurch liegt die Strotzb\u00fcscher M\u00fchle 70 m tiefer als das Dorf Strotzb\u00fcsch. Die abgelegene Lage inmitten der W\u00e4lder des Siebenbachtals haben daf\u00fcr gesorgt, dass die Bewohner der Strotzb\u00fcscher M\u00fchle schon immer relativ autark gelebt haben. Man lebte von und mit der Natur. Au\u00dfer dem Bau der M\u00fchle wurden hier Wege angelegt und Bew\u00e4sserungsanlagen gebaut. Es wurde Vieh gehalten und Gem\u00fcse angebaut. Das Trinkwasser kam aus dem Bach und geheizt wurde mit einem Holzofen. Der Anschluss ans Elektrizit\u00e4tsnetz kam erst in den 80er Jahren letzten Jahrhunderts, also vor erst 40 Jahren\u2026<\/p>\n<p class=\"p1\">Bis zum heutigen Tag m\u00fcssen wir durch die Lage der Strotzb\u00fcscher M\u00fchle ziemlich selbstversorgend sein. Wir haben keinen Anschluss an \u00f6ffentliche Wasserleitungen und Abwasserkanal. Die \u00dcberbr\u00fcckung des H\u00f6henunterschieds zwischen der M\u00fchle und dem Dorf sind durch den felsigen Untergrund aus technischer Sicht gar nicht so einfach und deshalb teuer. Deshalb kommt unser Trinkwasser aus einer Quelle, die 50m von der M\u00fchle entfernt liegt. Unser Abwasser l\u00e4uft erst in einen septischen Tank und anschlie\u00dfend in eine Pflanzenkl\u00e4ranlage, die das \u00fcberlaufende Wasser aus dem septischen Tank s\u00e4ubert. Danach str\u00f6mt das saubere Wasser in den \u00dc\u00dfbach. F\u00fcrs Heizen der Geb\u00e4ude und Erw\u00e4rmen des Wassers werden Holzbl\u00f6cke im Holzvergaserkessel verbrannt. So m\u00fcssen keine schweren LKWs mit Gas, Holzschnitzeln oder \u00d6l den kleinen Weg ins Tal fahren. Denn das w\u00fcrden die meisten Fahrer nicht gerne tun, besonders im Winter. Und als Kr\u00f6nung des Ganzen nutzen wir die Kraft des Wasserfalls, die man schon vor 200 Jahren zum Mehlmahlen verwendet hat, um Elektrizit\u00e4t zu erzeugen. Den Strom verwenden wir selber oder speisen ihn zur\u00fcck ins Netz, \u00e4hnlich wie bei Sonnenkollektoren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h3>Die L\u00f6sungen waren offensichtlich<\/h3>\n<p class=\"p1\">Eine reguliere L\u00f6sung f\u00fcr die Grundversorgung der M\u00fchle war also nicht m\u00f6glich. Zum Gl\u00fcck kamen Alternativen wie von selbst ans Tageslicht. Mit Wald und Wasser in der N\u00e4he haben wir es gut getroffen. Die L\u00f6sungen lagen auf der Hand und passten auch noch hervorragend in den Kreislauf der Natur. Ich war letztendlich erstaunt mit welcher Leichtigkeit wir unsere Grundversorgung in Ordnung gebracht haben. Was mich dann besonders begeistert hat war, dass ich mir von der Tatsache bewusst wurde, dass ich selber auch Teil des nat\u00fcrlichen Kreislaufs bin. Dadurch, dass ich mich t\u00e4glich damit besch\u00e4ftige diese Kreisl\u00e4ufe am Laufen zu halten, werden sie weniger abstrakt. Sie werden besser sichtbar\u2026. Und f\u00fcr mich zur normalste Sache der Welt. Nat\u00fcrlich wei\u00df ich auch, dass die M\u00f6glichkeiten, die dieser einzigartige Ort bieten, ausschlie\u00dflich an genau diesen Ort gelten. F\u00fcr mich war es ein typischer Fall von Umdenken. Erst hat es leichte Panik verursacht, aber wenn die H\u00fcrde einmal genommen ist, ist die Genugtuung desto gr\u00f6sser.<\/p>\n<h3>Nachhaltiges Leben<\/h3>\n<p class=\"p1\">Als Kind hatte ich die Idee, dass der Mensch nicht so gut f\u00fcr seinen eigenen Lebensraum sorgt. Ich hielt die Luft an, wenn ein LKW vorbei fuhr, denn es schien mir ziemlich ungesund weiter zu atmen. Auf Rat meines Vaters habe ich einmal eine Plastikt\u00fcte und ein Kerngeh\u00e4use bei uns im Garten eingegraben. Um ein Jahr sp\u00e4ter nur die Plastikt\u00fcte - ganz und gar intakt - wieder aus zu graben. Ich bin auch Mitglied geworden bei Greenpeace (das bin ich bis zum heutigen Tag) weil ich dachte: \u201ewenn es der Erde gut geht, geht es mir auch gut.\u201c Gleichzeitig stellte ich mir die Frage, warum der Mensch die Erde verschmutzt, wenn alles, was n\u00f6tig ist um etwas zu produzieren, von der Erde selber geschaffen ist. Mir fiel auch auf, das ein Hund niemals seinen eigenen Lebensraum verschmutzt, es sei denn, man f\u00fchrt in nicht Gassi. F\u00fcr mich war das Grund genug, niemals auch nur ein St\u00fcckchen Papier auf die Stra\u00dfe zu werfen. Die L\u00f6sung schien mir eigentlich nicht so kompliziert. Aber je \u00e4lter ich wurde, desto mehr verlor ich meine kindliche Naivit\u00e4t und stellte fest, dass viele Menschen gar nicht \u00fcber Umweltproblemen nachdenken wollen. Ich fand, dass sie den Kopf in den Sand steckten. Tats\u00e4chlich tangierte die Diskussion, ohne dass es gesagt wurde, unterschiedliche Ansichten \u00fcber die Frage, was Wohlstand und Wohlsein des Menschen eigentlich ist. Ich entdeckte, dass Meinungen gegens\u00e4tzlich sein k\u00f6nnen, mit einer Sackgasse zur Folge. Dann wird viel geredet und wenig getan. Das ist etwas, was mich auch heute noch immer ma\u00dflos \u00e4rgern kann. Damals habe ich viel an meinen \u00dcberzeugungen gezweifelt. Zum Beispiel dar\u00fcber, ob die Gruppe, mit der ich mich identifizierte, nicht Probleme kreierte, die es eigentlich nicht gab? Als junger Mensch fand ich nachhaltig leben einen Einbruch in meine Freiheit. Warum mussten wir unseren \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck reduzieren? Ich wollte was erleben. Im Auto, oder lieber noch im Flugzeug. Ich wollte die gesamte F\u00fclle aller M\u00f6glichkeiten genie\u00dfen, die der Mensch geschaffen hatten und die sich mir in meinem Leben boten. Denn wie kann man das Leben feiern, wenn man sich gleich Einschr\u00e4nkungen auflegt?<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image alignfull size-full\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-13216\" src=\"..\/..\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/PKA-Strotzbuscher-Muhle-Beet-Schacht.png\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" srcset=\"https:\/\/sbm.webmaat.dev\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/PKA-Strotzbuscher-Muhle-Beet-Schacht.png 1024w, https:\/\/sbm.webmaat.dev\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/PKA-Strotzbuscher-Muhle-Beet-Schacht-300x212.png 300w, https:\/\/sbm.webmaat.dev\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/PKA-Strotzbuscher-Muhle-Beet-Schacht-768x542.png 768w, https:\/\/sbm.webmaat.dev\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/PKA-Strotzbuscher-Muhle-Beet-Schacht-16x12.png 16w\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"723\" \/><\/figure>\n<h3>Der Upcycle<\/h3>\n<p class=\"p1\">Und dann schrieben Michael Braungart und William McDonough das Buch \u201eCradle to Cradle\u201c. \u201eAngenommen, dass jeder \u00f6kologischer Fu\u00dfabdruck wieder Nahrung herstellt oder Lebensraum ist f\u00fcr etwas anderes.\u201c Ich fand es gro\u00dfartige Ansichten. Die Autoren sagten, dass es keinen Abfall gibt und Beschuldigungen von Umweltaktivisten wiesen sie zur\u00fcck. Das Buch dreht sich um das Entwickeln von Produkten bei denen die Frage \u201ewas kommt hiernach\u201c zentral steht. Was geschieht mit einem Auto, Buch oder anderen Produkten, die heutzutage entworfen werden und morgen ihren Gebrauchswert verlieren. Braungart und McDonough sehen jedes Unterteil eines Entwurfes als Leihgabe. Eines Tages kehrt es in den biologischen oder technologischen Kreislauf zur\u00fcck. Es ist die Aufgabe des Designers, um jedes Teil in dem gleichen guten Zustand, in dem man es angetroffen hat, zur\u00fcck zu versetzen. Wie es sich geh\u00f6rt, wenn man etwas leiht. Nimm zum Beispiel den Nie\u00dfbrauch eines chemischen Produkts. Man darf den Stoff f\u00fcr sein Produkt einsetzen. Man verwendet den Stoff erneut, um ihn nach Gebrauch an ein anderes Produkt weiter zu geben, ohne dass zwischendurch der biologische oder technologische Kreislauf angegriffen werden. Entwirf ein Produkt also f\u00fcr eine spezifische Gebrauchsperiode, mit dem n\u00e4chsten Wiedergebrauch in Gedanken und dem n\u00e4chsten Wiedergebrauch. In 2013 erschien das Buch \u201eIntelligente Verschwendung\u201c (orig. \u201eUpcycle\u201c) von den selben Autoren. Das Buch behandelt die These, dass jeder \u00f6kologischer Fu\u00dfabdruck Nahrung generiert oder Lebensraum ist f\u00fcr andere. Dieses Mal geht es nicht so sehr um intelligentes Design, sondern wie man, durch st\u00e4ndig neue Innovationen (und nicht mit der Haltung \u201ebeinah gut ist gut genug\u201c) sich immer dichter an die richtige Art und Weise herantastet, den unversieglichen Akku der Erde zu nutzen und wie man damit \u00dcberfluss und Gewinn kreiert (der Upcycle). Es ist eine vision\u00e4re Geschichte und was mich pers\u00f6nlich sehr anspricht, ist, dass es eine Vision ist aus der viel Lebensfreude spricht. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir grunds\u00e4tzlich anders umgehen mit der Natur. Das ist nat\u00fcrlich leichter gesagt als getan, und da dr\u00fcckt der Schuh auch etwas.<\/p>\n<h3>Moeder natuur maakt het niets uit<\/h3>\n<p class=\"p1\">Aber\u2026 schon wenn man nur aus dem Fenster guckt kann man sehen, dass der Gedanke, dass Mutter Natur \u201egibt\u201c romantisch ist. Ihr Ziel ist eindeutig. Sie gibt, wie eine richtige Mutter (das schon), neues Leben und sie wei\u00df genau, was daf\u00fcr n\u00f6tig ist, \u2026. Sterben zum Beispiel\u2026. Dazu kommt, dass wir Menschen dabei f\u00fcr sie nur Teil des Ganzen sind. Ob es uns gibt oder nicht, ist nicht wichtig. Wir sind zuf\u00e4lliger Weise Teil ihres Systems, ihres Kreislaufs, eine andere Wahl gibt es nicht. Und nat\u00fcrlich ist es nicht einfach, zu akzeptieren, dass es eine \u201eandere Wahl\u201c nicht gibt oder w\u00fcrde ich mich darauf freuen, zu sterben. Au\u00dferdem m\u00f6chte ich nat\u00fcrlich ein \u201egutes\u201c Leben f\u00fcr mich und meine Liebsten, und das will ich jetzt. Aber wie w\u00e4re es, wenn \u201eWiderstand\u201c nicht relevant w\u00e4re und es keinen Sinn h\u00e4tte, mich dadurch verf\u00fchren zu lassen. Das Einzige was mir bleibt, was uns allen bleibt, ist \u00fcber unseren menschlichen Schatten zu springen.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image alignfull size-full\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-13217\" src=\"..\/..\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Frohling-Schema.png\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" srcset=\"https:\/\/sbm.webmaat.dev\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Frohling-Schema.png 1024w, https:\/\/sbm.webmaat.dev\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Frohling-Schema-300x147.png 300w, https:\/\/sbm.webmaat.dev\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Frohling-Schema-768x377.png 768w, https:\/\/sbm.webmaat.dev\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Frohling-Schema-16x8.png 16w\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"503\" \/><\/figure>\n<h3>Verandering kwelt ons<\/h3>\n<p class=\"p1\">De Upcycle is een manifest voor een veilige, gezonde en eerlijke wereld met schone lucht, schoon water, schone grond en schone energie, waar we op een spaarzame, rechtvaardige, ecologische en verfijnde manier van genieten. Wetenschappers, bedrijven en bestuurders zijn het er wel over eens wat nodig is om onszelf op te nemen in de natuurlijke upcycle van het leven. Dagelijks zijn er mensen bezig allerlei processen zo in te richten dat het DNA van dat proces of product past in de beschreven kringlopen. Maar uiteindelijk gaat het om een mentaliteitsverandering die niet zozeer leidt tot een fundamentele ander omgang met de natuur, maar tot een verandering van onze eigen natuur. En dat is lastig, omdat wij niet zo houden van veranderingen. De onzekerheid voor datgene wat we niet echt kunnen voorspellen is namelijk vaak een kwelling. Meningen worden vaak hoofdzakelijk uitgedragen op basis van een gevoel in de onderbuik. Maar de complexiteit van een \u201cgoed\u201d besluit en dus het in gang zetten van een verandering, vraagt om zoveel meer dan dat. Waar de wetenschap voor een besluit zoekt naar feiten, zoek de mensheid naar een rechtvaardiging van haar gevoelens en emoties. Ik ben er van overtuigd dat een verfijning van het menszijn, bij zal dragen aan betere besluitvorming in het algemeen. Die verfijning kan je leren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h3>Verfijning kan je leren<\/h3>\n<p class=\"p1\">Nimm daf\u00fcr den Weg nach innen, ins Reich des Seins, wo dir alles vielleicht nutzlos vorkommt. Denn wozu dient eine Wanderung im Wald, was ist der Nutzen von Poesie? Was darf so ein Wald \u00fcbrigens kosten? Wie teuer ist Stille? Was ist der Wert von Licht, vom Mond, von Sternen, der Sonne\u2026. Von Liebe? So leicht ist sie zu umarmen, und doch so ungreifbar. Ein Paradox, mit dem jeder Mensch zu tun hat. In diesem dauernden Spagat m\u00fcssen wir Raum schaffen, um singen zu k\u00f6nnen, heulen zu k\u00f6nnen, zu lachen, beten, arbeiten, zu bewundern (S\u00e4nger Ramses Shaffy). Wenn man sich wirklich verbindet, begreift man immer besser, wer man ist, wer \u201ewir\u201c sind und bekommt man Einsichten ins eigene Handeln, upcycle dich selber, lassen wir einander upcyclen!<\/p>\n<figure class=\"wp-block-embed-vimeo wp-block-embed is-type-video is-provider-vimeo\">\n<div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<div class=\"fluid-width-video-wrapper\" style=\"padding-top: 56.25%;\"><iframe title=\"Das fallende Wasser der Strotzb\u00fcscher M\u00fchle\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/478575901?dnt=1&amp;app_id=122963\" name=\"fitvid0\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\" data-mce-src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/478575901?dnt=1&amp;app_id=122963\"><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<\/figure>\n<p>Hans 13-11-2020<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Strotzb\u00fcscher M\u00fchle liegt am \u00dc\u00dfbach, der sich im Laufe der Jahrhunderte seinen Weg durch das Schiefergestein geschliffen hat. 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